INTERVIEW: Volbeat-Tribute-Band „VOLBOAT“

Interview: Michaela Dichtleder / Tobi Klein – Fotos by Tobi Klein

von links) Wildan (Drums), Michaela; Peter (Gesang und Gitarre); Rob (Bass) und Michael (Aushilfsgitarrist für Matthias)
von links) Wildan (Drums), Michaela; Peter (Gesang und Gitarre); Rob (Bass) und Michael (Aushilfsgitarrist für Matthias)

Tobi: Servus, wir sind Tobi und Michaela von Rock Music News und ihr werdet heute Interviewt. Gleich mal zur ersten Frage: Warum genau seid ihr eine Volbeat Tribute Band?

Peter: Wir wollten einfach ein paar Coversongs spielen, aber jetzt nicht 4 Stunden lang die Top 40 sondern eher etwas, das mehr zu uns passt und uns gefällt. Wir sind dann einige Bands durchgegangen aber es gibt halt zum Beispiel hundert Coverbands zu Guns and Roses und zu Metallica. Volbeat war zu der Zeit gerade richtig angesagt, aber sind nicht einmal die größten Fans gewesen sondern haben sie nur gekannt und wofür die stehen. Da dachten wir uns, wir probieren das jetzt einfach mal aus und das ist dann relativ schnell gut angekommen und dabei ists jetzt geblieben.

Tobi: Ihr habt selber in eurem Namen „Europe´s No.1 Volbeat Tribute Band“ stehen. Ist das offiziell oder habt ihr das einfach so dazu geschrieben?

Peter: Das ist ein eigener Spruch. Das ist nur, damit wir was zum dazuschreiben haben. Heißt aber natürlich nicht dass es nicht stimmt. (lacht) Was aber stimmen würde wäre „No. 1 Band in Austria“. Da sind wir nämlich die einzigen.

Tobi: Ihr seid ja aus Österreich und spielt zum Beispiel heute in Deutschland. In welchen Ländern seid ihr sonst unterwegs und was war der Auftritt bei dem ihr am weitesten reisen musstet?

Peter: Wir spielen hauptsächlich in Deutschland, Österreich und Italien. Aber die meisten Auftritte haben wir in Tirol, Salzburg und halt Deutschland. Wien, Niederösterreich oder Burgenland aber gar nicht. Als Tribute Band die nur eine Band covert kommst du dort nicht weit. Das ist seltsam. Dort musst du wirklich alle großen Songs der größten Bands können und den ganzen Abend spielen. Das ist vor allem in Deutschland ganz anders. Und in Ungarn gibt es auch eine sehr große Tribute Szene. Aber der weit entfernteste Auftritt war wirklich Berlin.

Tobi: Dafür, dass ihr 2012 die Band gegründet habt ist das schon interessant, dass ihr auch schon größere Auftritte hattet. Woran kann das liegen? Oder liegt es nur daran, dass ihr gut seid?

Peter: Erstmal vielen dank für die Vorschusslorbeeren.

Wildan: Wir schauen wirklich, dass wir als Tribute Band so nahe an die Orignalband heran kommen wie möglich. Ich habe schon öfters „Tribute Bands“ gehört, die sieht man sich an, aber die hören sich dann ganz anders an. Für mich als Schlagzeuger zum Beispiel ist es wichtig, dass sich das was ich spiele möglichst so anhört wie auf der CD, damit es doch irgendwo einen Erkennungswert hat. Genauso ist es zum Beispiel bei der Stimme.

Peter: Ja die Stimme ist auch sehr wichtig. Die Leute sagen zu uns zumindest, dass ich ziemlich nahe heran komme (Anmerkung: Ja das tut es!) und das Drumming ist auch ein wichtiger Punkt. Manche spielen es nach, aber haben einen Punk- oder Popdrummer dort sitzen. Volbeat ist aber einfach Metaldrumming. Da wir alle aus dem Metalbereich herauskommen fällt es uns da sehr viel leichter.

Michi: Bleibt ihr eher bei den Coversongs oder habt ihr auch vor, eigene Songs oder Projekte zu machen?

Peter: Wir kommen aus anderen Bands und spielen auch nebenbei bei anderen Bands.

Michi: Wie seid ihr eigentlich auf den Namen Volboat gekommen? Und da ihr ja aus Österreich kommt, bietet sich da nicht der Name „Voiboat“ an?

Alle zusammen: Ja das hören wir öfters!

Peter: Voiboat ist uns nicht unbekannt. Aber mit so einen Namen würde man uns von Anfang an nicht so ernst nehmen. Ich hab erst mal ein bisschen rum probiert und es ist einfach der gleiche Schriftzug und gleich lang, man kann es gleich setzen, färben, was auch immer. Da ist nicht wirklich was dahinter.

Michael: Ich glaub das Volbeat auch nichts heißt. (alle lachen wieder)

Tobi: Was sind so eure Ziele die nächsten 12 Monate?

Peter: Spielen, spielen, einfach spielen. So an die 20 Shows ungefähr würde passen. Ich zum Beispiel bin nebenbei in der Eventbranche tätig, Michael ist heute der Aushilfsgitarrist für Matthias und der ist auch Berufsmusiker und spielt in 5 Bands. Da wird es schwierig, dass du überhaupt etwas einteilen kannst, da man normalerweise auch am Wochenende arbeitet. Mehr würde einfach nicht gehen.

Tobi: Tribute Band, eigene Bands und das Privatleben. Wie bekommt ihr das alles unter einen Hut?

Peter: Ich bin es gewohnt, da ich wegen der Arbeit eh immer Wochenende arbeiten muss. Aber es ist natürlich gemein, die Familie daheim zu lassen, wenn man neben dem Hauptberuf, was bei mir Tontechniker ist, auch noch mit Bands ständig unterwegs ist. Das ist natürlich finanziell interessant aber macht das ganze für die Familie schwierig. Es wird nicht immer leicht dadurch. Aber mit einem verständnisvollen Partner schafft man das.

Wildan: Es ist eine Gewohnheitssache. Das ganze Equipment ständig von einem Bandraum zum nächsten zu befördern, alles ins Auto zu schleppen und dann auf- und wieder abzubauen. Mittlerweile komm ich gut damit aus. Das ganze macht immer noch Spaß. Natürlich habe ich eine andere Situation, ich habe momentan keine Freundin oder bin verheiratet und habe auch keine Kinder. Wenn man jetzt ein Rockstarleben hätte mit 70 oder 80 Auftritten im Jahr und zusätzlich noch eine Familie zuhause hätte wäre das sicher nicht so einfach miteinander vereinbar.

Peter: Wir sind auch schon relativ alt und das ändert natürlich auch ein bisschen was. Früher hätte man alles stehen und liegen gelassen für Gigs, Tour und Bands aber mittlerweile hat man halt einen Job, die Familie ist auch irgendwo und das muss man halt alles unter einen Hut bringen. Ich könnte es mir jetzt auch nicht mehr vorstellen, da ich realistischer bin als mit 20. Man kommt einfach mal drauf, dass man die Welt wahrscheinlich nicht mehr erobern wird. Aber wenn man einen Partner hat ist Vertrauen das wichtigste. Man könnte sich natürlich auch während einer Tour dumm aufführen. Aber ich glaube manchmal sind die Partner auch froh wenn man mal außer Haus ist. (lacht)

Tobi: Du sprichst gerade das Thema Familie und Kinder an. Hat jemand von euch schon Kinder?

Michael: Ja ich, momentan 17 Monate alt. Und das macht es natürlich auch schwierig. Aber es ist auch schön wenn einem der Beruf taugt, die Familie taugt und man sich als Musiker aussuchen kann, was man spielen kann und nicht unbedingt auf alles angewiesen ist. Und man trifft immer wieder nette Leute.

Peter: Gut wir kennen uns schon eine Weile und es ist auch gut, wenn man einige Zeit miteinander spielt in verschiedensten Konstellationen. Das ist schon cool. Da ist es auch dann kein Untergang,wenn mal jemand einspringen muss wie der Michael jetzt und man nicht unbedingt einen bezahlten Musiker einstellen muss.

Michael: Wie? Ich bekomm kein Geld?

Peter: Nein, du bekommst eh Bier und zum Essen hast auch was bekommen.

Michi: Und was war derzeit euer größter Auftritt?

Peter: Das war lustigerweise der zweite Auftritt überhaupt in Tirol. Vor 13.000 Leuten, da hatten wir natürlich schon Lampenfieber aber war natürlich ein richtiges Highlight. Vor zwei Wochen haben wir auch vor ca. 1.200 Leuten gespielt, das passiert auch immer wieder mal. Das beste ist natürlich wenn die Leute gut drauf sind und voll mitsingen. Wir erlebten auch das andere extrem, dass wir bei so einer Menge fragten, wer denn überhaupt Volbeat kennt und zwei oder drei Leute die Hand heben. Da fragten wir uns auch „Aha, warum hat der Veranstalter uns jetzt eingeladen? Und wieso sind dann trotzdem so viele Leute da?“. Mit der Situation muss man auch umgehen und da trinkst du einfach ein Bier extra.

Michi: Spielt ihr eher die älteren Songs oder auch neues von Volbeat?

Peter: Die Klassiker sind eher die älteren, wie „Fallen“ oder „Evelyn“. Das kennen die Leute dann auch. Natürlich schauen wir, dass wir auch neuere Sachen dran nehmen. Wenn was neues erscheint, was ja bald wieder soweit ist, dann warten wir ab was denn beliebt wird und nehmen uns dann zwei oder drei Songs mit. Wir freuen uns auch immer, wenn wir auch neue Songs spielen können.

Tobi: Habt ihr Volbeat schon mal live gesehen bzw. in Person getroffen?

Peter: Live natürlich gesehen aber noch nicht als Band. Ist angestrebt, dass wir mal ein gemeinsames Foto machen, eventuell wenn die noch ein Volboat-Shirt anhaben. Die wird das eher weniger interessieren aber es wär auf alle Fälle witzig. Aber wer weiß, wenn wir so weiter spielen, vielleicht ergibt es sich irgendwann mal.

Michi: Dann bedanken wir uns sehr für das nette Interview und wünschen noch einen schönen Auftritt.

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